
- Alter: 15
- Herkunft: Österreich/Ungarn
- Elo: 2432
- Datum: 05.01.2026
Was hat Dich zum Schach gebracht?
Ich habe als kleines Kind angefangen Bücher zu lesen, meine Eltern dachten aber, ich gehöre noch auf dem Spielplatz. Als Kompromiss, eine Brücke zwischen Spiel und Wissenschaft, habe ich dann zu meinem 6. Geburtstag ein Schachbrett bekommen. Die Idee Schach stammt von einer Kollegin meiner Oma.
Was begeistert Dich am Schach?
Für mich ist Schach ein unheimlich interessantes Spiel, eine harte Arbeit und eine spannende Herausforderung.
Wie bist Du zum 1. SK Ottakring gekommen?
Ich habe vor ein paar Jahren mit Felix Blohberger angefangen zu trainieren und mein Jugendbundestrainer war Georg Fröwis, ich freute mich dann sehr darüber, mit ihnen auch in einem Klub spielen zu können.
Wie würdest Du das Verhältnis zu Deinen Vereinskollegen und -kolleginnen beschreiben?
Ich lebe im Burgenland, deshalb habe ich weniger Möglichkeiten, meine Vereinskollegen und -kolleginnen zu treffen, mehrere kenne ich jedoch schon von früher sehr gut und ich finde es schön, mit ihnen in einem Team zu sein.
Was macht für Dich das Besondere am 1. SK Ottakring aus?
1. SK Ottakring bietet vielen etwas, die sich für Schach begeistern, für diejenigen, die nach einer Freizeitbeschäftigung suchen und für diejenigen, in deren Leben Schach eine große Rolle spielt.
Was war Dein schönstes Erlebnis mit dem 1. SK Ottakring?
Mir war es eine große Ehre, als ich das erste Mal in der Ersten Bundesliga meine Mannschaft vertreten habe.
Der 1. SK Ottakring fördert insbesondere das Kinder- und Jugendtraining. Inwiefern ist das für Deine Entwicklung von Bedeutung?
Ich war schon zwölf Jahre alt, als ich dem 1. SK Ottakring beigetreten bin, trotzdem verdanke ich sehr viel einigen Ottakring-Spielern, die mich in meiner Entwicklung begleiteten und begleiten. Ich bin zwar noch selbst ein Schüler, in ein paar Jahren würde aber auch ich gerne etwas von meinen Kenntnissen und Erfahrungen weitergeben.
Gibt es einen Mannschaftswettkampf, der Dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
An der U18 Team EM im klassischen Schach holten wir im Jahre 2025 die Bronzemedaille.
Welchen Modus bevorzugst Du und warum? (Schnell-, Blitz-, Standardschach, Chess960)
Chess960 erfordert viel Kreativität. Blitzschach mag ich sehr, der Glücksfaktor ist jedoch oft etwas hoch. Schnellschach ist komisch, ich spiele entweder zu schnell oder zu langsam. 🙂 Standardschach ist am anspruchvollsten, man muss sich nicht nur stundenlang am Brett konzentrieren sondern sich auch vor der Partie gründlich vorbereiten. Anstrengend, doch die Mühe wert, Standard ist mein Favorit.
Auf welche eigene Leistung bist Du besonders stolz und warum?
Außer an meiner ersten ÖM mit 7 und an einer online ÖM während Covid holte ich an jeder ÖM, an welcher ich teilgenommen habe, sei es Schnell-, Blitz- oder Standardschach, eine Medaille.
Was war Deine beste Partie?
Meine Partie gegen einen jungen polnischen FM vor 2 Jahren in Krakau, ich habe ihn überspielt und konnte dann mit einem Damenopfer das Matt erzwingen.
Auf welches Turnier freust Du Dich am meisten?
Immer auf das Nächste! Auf Jugend-EMs und -WMs freue ich mich besonders, auch wegen meiner Freunde.
Turniere führen Schachspieler*innen immer wieder ins Ausland. Wohin bist Du schon gereist? Und welche Eindrücke sind Dir in besonderer Erinnerung geblieben?
Als Kaderspieler konnte ich in einige Länder (Ungarn, Slowakei, Tschechien, Polen, Niederlande, Spanien, Italien, Griechenland, Serbien, Montenegro, Slowenien) reisen. Es ist immer toll, Schachspieler aus aller Welt kennenzulernen.
Hast Du ein besonderes Ritual vor einer Partie?
Vor einer Partie lege ich auf die Vorbereitung und Erholung Wert, Rituale habe ich keine, eher einen günstigen Tagesrhythmus.
Mit welchen Gefühlen gehst Du in eine Partie?
Freude, Neugier und Kampfgeist!
Was ist aus Deiner Sicht wichtig, damit eine Partie gelingt?
Den Gegner respektieren und seine Ideen auf dem Schirm haben, sich fokussieren und kämpfen!
Welche Eigenschaften sollte ein Schachspieler/eine Schachspielerin idealerweise haben?
Wahrscheinlich ist es hilfreich, die eigenen Stärken und Schwächen richtig einzuschätzen und an ihnen systematisch weiterzuarbeiten.
Wer sind Deine großen schachlichen Vorbilder?
Meine Trainer sind großartige Schachspieler und großartige Mentoren, sie sind in erster Linie meine Vorbilder.
Mit welcher Persönlichkeit der Schachgeschichte würdest Du gerne auf einen Kaffee gehen?
Levon Aronian, einen Kaffee mit ihm würde ich bestimmt genießen!
Welche ist die beeindruckendste Schachpartie, die Du jemals gesehen hast?
Fedoseev-Carlsen, World Cup 2021, Carlsen opferte eine Qualität und setzte Fedoseevs Dame, Turm und zwei Figuren praktisch Patt!
Welche Bedeutung würdest Du der Förderung von Frauen zuschreiben?
Auch heute gibt es noch Länder, in welchen Frauen weniger Rechte und Möglichkeiten haben als Männer. Ich freue mich darüber, dass in meinem Sport viel dafür unternommen wird, dass sich diese Situation immer gerechter entwickelt.
Wieso spielen aus Deiner Sicht weniger Frauen Schach als Männer?
Es wird ganz viele Faktoren geben, es gibt aber trotzdem Legenden unter den Schachspielerinnen, z.B. die Polgar Schwestern.
Was ist Dein (nächstes) großes Ziel?
Ich arbeite daran, mich in Richtung 2500 zu bewegen.
Was würdest Du Deinem jüngeren Schachspieler-Ich raten?
Prophylaktisch zu denken und nicht immer anzugreifen!
Welche drei Schachbücher kannst Du empfehlen?
Die Tigersprung-Serie von Artur Jussupow, Meine großen Vorkämpfer von Garry Kasparow (vor allem Band 7, aber alle sind sehr lehrreich), The Secret Ingredient von Jan Markos und David Navara und das Endspielbuch 7 men von József Pintér.
Und zuletzt: Womit beschäftigst Du Dich, wenn Du gerade nicht Schach spielst/trainierst?
Ich mache gerne Sport, vor allem Ballsportarten. Ich lese auch sehr gerne, aber letztens viel weniger als früher, weil sooft ich mich hinsetze, beginne ich mich mit Schach zu beschäftigen. 🙂