Ganz klassisch – mein Vater hat mir die Regeln beigebracht.
Ich spiele nun schon seit 20 Jahren und fnde immer noch genug Möglichkeiten, wie ich etwas einstellen kann.
Ich denke, dass mich Harald angesprochen hat, könnte es aber nicht mehr zu 100% sagen. Für viele, die nach Wien kommen, ist Ottakring aber ohnehin die beste Anlaufstelle.
Ein gutes Vereinsklima ist mir sehr wichtig und ich fnde es toll, dass schon einige meiner Schüler im Verein so stark sind, dass wir gemeinsam in einer Mannschaft spielen können. Mit einigen Vereinskollegen verbindet mich außerdem bereits eine langjährige Freundschaft.
Ich denke, ein guter Verein lebt von allen Mitgliedern. Insofern fnde ich es toll, dass sehr viele Jugendliche den Weg zum Training finden und dass wir versuchen, insbesondere viele Mädchen und Frauen an die Bretter zu bringen. Dass jeder genug Partien in den Ligen, am Genussabend oder Vereins- und Trainingsabenden spielen kann, ist auch besonders wichtig. Nur in einem solchen Verein macht es Sinn, sich langfristig ein solides Bundesligateam aufzubauen, wo auch die eigene Jugend eingesetzt werden kann. Diese Vielfalt ist bei Ottakring gegeben, weshalb ich mich hier sehr wohl fühle.
Wenn Jugendliche neben mir spielen, die ich trainiert habe, ist das schon ein tolles Gefühl. Das war für mich ein wichtiger Grund, warum ich nun auch in der 1. und 2. Bundesliga für Ottakring spiele.
Da ich mich bereits seit längerem als Trainer engagiere und in Wien auch beim Landesjugendkader aktiv bin, ist es schön zu sehen, dass der eigene Verein die Jugendlichen für ein kontinuierliches Schachtraining begeistern kann. Ohne die Jugend würden wir bald aussterben, aber obwohl es für uns alle in der heutigen Gesellschaft ein Überangebot an Freizeitspaß gibt, hat Schach ein immenses Potential. Schachkurse boomen und diese Chance nutzen wir.
Mein erster Wettkampf als Captain der Landesliga war schon etwas Besonderes. Ich war mit nicht einmal 30 Jahren der älteste Spieler und dennoch haben wir gewonnen.
Für eine animalisch anmutende Blitzpartie bin ich natürlich immer zu haben. Aber eine lang anhaltende Freude beschert mir dann doch eher das Standardschach. Eine gute Idee muss ein bisschen reifen, damit man ihre Schönheit erkennt.
Bei einer Landesligarunde für Krems konnte ich einen schönen Sieg gegen IM Weiss erzielen. Bei der Rückfahrt waren meine Mannschaftskollegen ganz aus dem Häuschen, weil der Angriff über mehrere Züge nette Ideen und Opfer beinhaltete. Fast immer schafften es diese „alten Haudegen“ selbst, eine spannende Angriffspartie aufs Brett zu zaubern. Diesmal konnten sie aber kaum die Augen von meiner Partie abwenden und ich musste versprechen, ihnen die Partie zukommen zu lassen.
Meine Partie gegen Zorko 2012 ist zumindest in meinem Favoritenkreis. Nach langem Leiden mit französischem Läufer wurde dieser dank einer kleinen Kombination zur gewinnbringenden Figur.
Ursprünglich hätte ich diesen Sommer gerne das Open in Riga gespielt. Derzeit steht das allerdings noch in den Sternen. Ich freue mich aber einfach auf die nächste Partie von Angesicht zu Angesicht.
Bei mir waren es tatsächlich schon einige Turniere im Ausland. Der größte Spaß ist natürlich, wenn ein paar Freunde dabei sind, wie in Barcelona. Gemeinsam den Tag am Strand zu verbringen, eine Partie zu spielen und sie bei einem netten Abendessen zu analysieren, das ist unbezahlbar.
Ich höre sehr gerne motivierende Musik, aber wenn ich so darüber nachdenke, habe ich die besten Ergebnisse mit einer anderen einfachen Technik erzielt: Ich musste bei den beiden Staatsmeisterschaften, die ich gewinnen konnte, jeweils etwa einen oder zwei Kilometer zum Turnierlokal spazieren.
Idealerweise blende ich meine Gefühle aus. Schach läuft nach rationalen Regeln ab, da sollte das Gehirn keine emotionalen Entscheidungen treffen.
Dass man alles andere hinter sich lassen kann und einfach Schachspielen will.
Ich denke, es gibt sehr viele Eigenschaften, die hier nicht alle aufgezählt werden können. Wenn eine komplett fehlt, wird man allerdings nicht gut. Wer z.B. nach der ersten Niederlage aufgibt, wird nicht lange durchbeißen oder wer sich absolut nichts merken kann, wird immer die gleichen Fehler machen. Hilfreich ist sicher, wenn man ein dekonstruktiver Geist ist, der keine Chance auslässt, dem Gegner einen Plan zu verbauen.
Ich denke, ich habe keine wirklichen Vorbilder, aber Niki Stanec ist schon ein schlauer Fuchs. Von ihm kann man sich einiges abschauen. Partien von Fischer haben mir auch sehr zugesagt, weil er es verstand, die Figuren ideal zu koordinieren.
Naja, vielleicht ist es nicht die beeindruckendste Partie, aber ich muss gerade daran denken. Heuer wurde bei der Damenbundesliga eine kuriose Partie gespielt: Vujnovic-Polterauer 2020. Die Varianten, die nicht gespielt wurden, bargen einige bemerkenswerte Wendungen und der Verlauf war eine perfekte Tragödie.
Es ist bedauerlich, dass im Jahr 2020 darüber ein Satz verloren werden muss. Frauen müssen auf allen Ebenen stärker gefördert werden, angefangen vom Jugendbereich, weiter über die Vereinsebene bis hin zu den Spitzenspielerinnen.
Es gibt dazu viele Theorien, aber wahrscheinlich spielen gesellschaftliche Faktoren die größte Rolle. Leider wird es auch nicht von heute auf morgen funktionieren, dass mehr Frauen ins Schachgeschehen eingreifen, aber unter unseren Nationalspielerinnen gibt es ein paar tolle Vorbilder, was sich hoffentlich positiv auf die nächste Generation von Spielerinnen auswirkt.
Der GM-Titel wäre natürlich schön, aber die nächste Partie ist immer die wichtigste Herausforderung.
Analysiere jede Partie!
Alle Figuren sollen mitspielen!
Investiere in Amazon, dann hast du viel Zeit und Geld für Turniere!
Folgende Bücher sind für jede Spielstärke geeignet:
Perlen aus meinem Schachtagebuch – Milan Novkovic (Mein früherer Trainer nimmt den Leser in wunderbarer Manier mit auf eine Reise durch seine Schacherlebnisse)
Die Endspieluniversität – Mark Dvoreckij (Wer stärker werden will, bekommt hier das erforderliche Rüstzeug)
he Chess Mysteries of Sherlock Holmes – Raymond Smullyan (Schachunterhaltung für Logiker und Rätselfreunde)
Ich studiere Jus, Philosophie und Ethik. In meiner Freizeit lese ich gerne und genieße Spieleabende mit Freunden. Nach längerer Verletzungspause freue ich mich nun auch wieder auf mehr Sport und Reisen mit meiner Freundin.